Einfach kommen!

 

 

Die Wirkung in 10 Jahren

84.000 Menschen hat die Remida in den 10 Jahren ihres Bestehens mit den schönen Abfallmaterialien erreicht – Kinder in Kitas, Schüler und Jugendliche in Schulen und Menschen jeden Alters in Kulturprojekten. Da gibt es natürlich Luft nach oben, also einfach mal vorbeikommen und staunen und sich von verwendungsoffenen Dingen überraschen lassen. Die fördern außerdem die Kreativität und Phantasie. 1700 Tonnen an Abfall-Materialien aus Industrie, Handel, Handwerk, Gewerbe sind kreativ verzweckfremdet worden, anstatt unter hohem Aufwand recycelt zu werden. O.k., etwa… weiterlesen

 

Öffnungszeiten:
Montags & Dienstags
14–17 Uhr
Donnerstags & Freitags
10–14 Uhr

Remida – das kreative

Recycling Centro:
Am Born 19
22765 Hamburg-Altona
Tel: 0176. 510 45 798
e-Mail: email hidden; JavaScript is required

 

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Interview aus der REmida 

Was unsere Assoziationsmaschine mit Facebook zu tun hat

„Solange Sie Ihre Möbel nicht mailen können, machen wir das für Sie!“ – dieser Satz auf dem Lastwagen eines Umzugsunternehmens zeigt eine hervorragende Parallele zur Remida. Will man die Remida begreifen – im wahrsten Sinne des Wortes – kann man nur offline kommen. Dazu sind unsere Öffnungszeiten da. Solange die häufigsten Sätze sind: „Wenn man es nicht gesehen hat, kann man es sich nicht vorstellen!“ und „Das ist ja wie im Paradies hier.“ Ist klar, daß sich die Remida kaum virtuell transportieren läßt. Nur vor Ort kann man die Dinge sehen, anfassen und staunen und sich dann über das Synapsenschnipsen im Hirn freuen.

Neugierde und Überraschungsfähigkeit sind essentiell bei der sinnlichen Auseinandersetzung mit den Materialien, dem visuellen Genuß, dem Vergnügen mit Installationen und Spielplätzen, den Erkenntnissen mit Ausstellungen und Literatur. Hier hat die Wirklichkeit d.h. wirkliche Welt Vorrang vor der Virtualität, die Sinneswahrnehmung vor dem Touchpad. Die Hirnforschung sagt, daß reale Erfahrungen im Gehirn zu anderen, tieferen Verknüpfungen führen und somit nachhaltigere Erlebnisse zur Folge haben.

Die Remida hat eine Webseite mit vielen Informationen für die unterschiedlichen Zielgruppen. Wir geben Auskunft zu Verfahrensfragen, haben kleine Videoeindrücke, eine Fotogalerie, einen Blog und vieles mehr. Da wir es überwiegend mit Menschen aus dem Bildungsbereich zu tun haben, erwarten wir, daß man sich informiert. Und da der reale Besuch in der Remida dann wieder etwas Neues ist, erläutern wir selbstverständlich vor Ort, was uns in der Remida wichtig ist. Das alles ist für uns die Basis für gegenseitigen Respekt und Wertschätzung.

Vielleicht fragen sich manche, warum wir nicht bei Facebook sind. Unsere Antwort darauf ist einfach: Wir würden die Geschäftsbedingungen nicht akzeptieren und haben etwas dagegen, daß Daten für Werbezwecke mißbraucht werden! Ich gehöre der Generation an, die die Volkszählung boykottiert hat. Ein derart kritisches Bewußtsein aus dem vordigitalen Zeitalter mag den heutigen „Digital Natives“ fremd sein. Was wir aus der Remida zu sagen haben, tun wir auf unserer Webseite und in Rundmails. Wir schätzen die wirklich interessierten Menschen mehr als ständiges Geposte und Likes.

Ich glaube an die demokratische Informations- und Kommunikationskraft des Internets, und das ist viel größer als Facebook und weitere einzelne Giganten. Vieles spricht derzeit dafür, daß diese als seriöse Info-Quelle unbrauchbar sind und zu Populismus im postfaktischen Zeitalter beitragen und es so begünstigen. Selbst denken scheint derzeit ziemlich unpopulär. Es ist offensichtlich bequem, Positionen unhinterfragt zu übernehmen und darauf zu warten, daß schon jemand kommt und einem sagt, was zu tun und was richtig und falsch ist. Wohin das führt, sehen wir gerade.
Manche mögen die Remida auf einen Kinderbastelladen reduzieren. Wir verstehen uns jedoch als konsumkritisches Kulturprojekt und gleichermaßen Umwelt- und Recyclingprojekt mit den Aspekten Ästhetische Bildung, Kreativität und Nachhaltigkeit. Phantasie und Imagination sind dabei essentielle Fähigkeiten, eigene Eindrücke wieder zum Ausdruck zu bringen und Triebfedern für Innovation.

Unsere Assoziationsmaschine fragt stumm alle Besucher nach ihren Gedanken und ist so eine kleine Lockerungsübung für die Benutzung der REmida. Sie führt jeden geradewegs auf sich selbst zurück.
Weiterlesen bei Harald Welzer („Selbst denken“, „Smarte Diktatur“) und Yvonne Hofstetter („Sie wissen alles“). Viel Vergnügen!