Einfach kommen!

 

 

Die Wirkung in 10 Jahren

84.000 Menschen hat die Remida in den 10 Jahren ihres Bestehens mit den schönen Abfallmaterialien erreicht – Kinder in Kitas, Schüler und Jugendliche in Schulen und Menschen jeden Alters in Kulturprojekten. Da gibt es natürlich Luft nach oben, also einfach mal vorbeikommen und staunen und sich von verwendungsoffenen Dingen überraschen lassen. Die fördern außerdem die Kreativität und Phantasie. 1700 Tonnen an Abfall-Materialien aus Industrie, Handel, Handwerk, Gewerbe sind kreativ verzweckfremdet worden, anstatt unter hohem Aufwand recycelt zu werden. O.k., etwa… weiterlesen

 

Öffnungszeiten:
Montags & Dienstags
14–17 Uhr
Donnerstags & Freitags
10–14 Uhr

Remida – das kreative

Recycling Centro:
Am Born 19
22765 Hamburg-Altona
Tel: 0176. 510 45 798
e-Mail: email hidden; JavaScript is required

 

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Interview aus der REmida 

Was will die Remida?

Die zentralen Ziele der Remida sind Bildung, Kreativität, Nachhaltigkeit – oder wie die Reggianer sagen: 4R=P, was meint aus den Themen Reduzieren, Wiederverwenden, Sammeln und Recyceln ein Projekt zu machen. Als erste Remida Deutschlands im Internationalen Remida-Netzwerk betreiben wir Öffentlichkeitsarbeit um die Idee weiter zu verbreiten.

Darüber hinaus ist die Remida Zentrum für Reggiopädagogik und bietet Informationen und Fortbildungen an.

Die kommunalen Kitas in Reggio Emilia haben mehr als 40 Jahre Erfahrung mit innovativer pädagogischer Praxis. Die Kitas sind dort Orte des Lebens, des Lernens und der Kommunikation – Voraussetzungen für eine Kultur des miteinander Forschens, Experimentierens, Phantasierens, Erfindens und Philosophierens. Frühkindliche Bildung erfordert auch, Kindern echte Materialien für ihre Auseinandersetzung mit der Welt nahe zu bringen, anstatt sie mit Spielzeug zu beschäftigen. Kinder brauchen zum Forschen und Arbeiten Dinge, die sie gestalten, aus denen sie etwas entwickeln können, die real sind und die ihrem Forscherdrang gewachsen sind. Immer mehr Einrichtungen entwickeln Lernwerkstätten, um Kindern reichhaltige Gelegenheiten zu bieten selbständig Zusammenhänge zu erkunden.

Die Erziehungsphilosophie aus Reggio Emilia ist mehr als nur ein Kita-Konzept. Erziehung wird dort als Gemeinschaftsaufgabe verstanden. Die Stadt hat zutiefst sozialistische und antifaschistische Wurzeln. Wissen und Ressourcen miteinander zu teilen ist das Selbstverständnis, um im Umweltbewusstsein die Remida zu erfinden. So treffen sich in der Remida auch Wirtschaftswelt und soziale Welt.

Die Pädagogik ist sehr kulturell geprägt und hat den Schwerpunkt der ästhetischen Bildung. Partizipation gilt als strukturelles, organisatorisches und pädagogisches Prinzip.

1. Bildung

Besonders kommt die Bewußtseinsbildung zum Tragen. Die Geschichte der Materialien – wo komme ich her, wo gehe ich hin? Kinder bemerken, dass es auch gut für die Umwelt ist, wenn weniger weggeworfen wird und mit den Dingen verantwortlich umgegangen wird.
Auch die ErzieherInnen und LehrerInnen lernen die vielfältigen Ressourcen an spannenden Materialien schätzen. Völlig abseits des Themas „Müll“ wird die Schönheit der Dinge bewusst. Umweltbildung über Kreativität.

2. Kreativität

Die Ausstellungen aus Reggio zeigen uns immer wieder, zu welcher Kreativität im Denken und Handeln Kinder fähig sind, wenn sie eine vorbereitete Umgebung mit anregenden Materialien vorfinden. Die Werke geben die Denkprozesse der Kinder und ihre Thesen wieder. Abfall und Ästhetik sind hier kein Widerspruch. Die Fremdartigkeit und die Offenheit in der Verwendung der Materialien regt die Phantasie an, den Dingen eine ganz eigene Verwendung zu geben. Neuentdecken und Zweckentfremden ist hier gefordert. Die Präsentation der Materialien, die ihren Aufforderungscharakter zur Geltung bringt, macht es leicht, eigene Vorstellungen zu entwickeln. Die spannendsten Materialien für Kinder sind die, die nicht für sie gemacht sind. Knöpfe, Perlen, Schnüre, Kabel, Maschendraht… fordern zur kreativen Gestaltung phantastischer Fabelwesen auf.

Die Ausstellungen mit Werken aus den Materialien ergänzt durch die Dokumentation der Geschichte hinter den Objekten geben Anregungen, was aus den Materialien in Kitas, Schulen, Kulturprojekten alles entsteht.

3. Nachhaltigkeit

Ökologie: Materialressourcen werden direkt weiterverwendet, also upgecycelt. Die Materialien sind ohnehin da, bei der Produktion abgefallen. Den Betrieben wird der Wert des Ausschusses, der Reste, des Überflusses bewusst. Die Dinge kommen weder in den Müll, wo sie die Umwelt belasten, noch ins konventionelle Recycling, wo ebenfalls wieder Energie aufgewendet wird. Wenn die Kinder erfahren, was das für Dinge sind und woher sie kommen, erkennen sie von selbst: „Dann ist das ja auch gut für die Umwelt“.

Sozial-Kulturelles: Die Materialien bekommen in der Remida eine zweite Seele. Sie sind nicht mehr das was sie vorher waren, sondern erstrahlen im neuen Glanz. Der Reichtum an Ressourcen und die Alternative zur Verschwendung wird sichtbar. Die Überraschenden Materialien locken Menschen in sozialen und kulturellen Bereichen zur freien Auseinandersetzung und Gestaltung. Sie entdecken die Vielfalt überflüssiger Materialien. So werden weniger „klassische“ Materialien gekauft.
Im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen Mangel Kreativität freisetzte – „früher haben wir auch nur mit einer Dose gespielt“ – geht es heute um die Kreativität im Überfluß. Die bewußte Entscheidung für überflüssige Materialien, anstatt weiteren Überfluß zu erzeugen.

Ökonomie/Wirtschaft: Die Remida ist der Markt wo sich Wirtschaftswelt und soziale Welt treffen. Firmen geben Materialien als „Kreativitätstransformator“ und investieren so in Phantasie, Kreativität und Innovation. Hier passiert etwas Positives mit dem Abfall, eben nicht die Container-Hölle. Für Unternehmen, die ohnehin ein Bewußtsein für die kreative Verwendung ihrer Abfallmaterialien haben, wird die Remida zum Erlebnisort, was daraus entstehen kann.
Die nachhaltigste Wirkung erzielt die Remida jedoch bei den Kindern, die mit echten Materialien forschen, arbeiten und gestalten, Materialeigenschaften kennen lernen und einsetzen können. Und hier schließt sich der Kreis zur Bildung: Kreativität und Phantasie bei Menschen sind sehr nachhaltige Kompetenzen, die Bildungsprozesse überhaupt erst möglich machen.

Die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) für die Jahre 2005 bis 2014 ist ein Aufruf der Vereinten Nationen, der ursprünglich aus dem Impuls des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg (2002), zehn Jahre nach Rio entstanden ist. Damit haben sich die UN-Mitgliedsstaaten in einer Resolution verpflichtet, in diesen zehn Jahren besonders intensive Anstrengungen zu unternehmen, um das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung zu verankern.