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Die Ferien sind vorbei – vom Sinn des Pause machens

Die großen Sommerferien sind der Inbegriff von Urlaub, Erholung und Abschalten. Schulkinder machen sechs Wochen Pause von der Schule, viele Kitas schließen oder legen Kindern Ferien vom Kindergarten für mindestens drei Wochen nahe. Arbeitnehmer haben einen Urlaubsanspruch von mindestens vier Wochen und auch im normalen Arbeitsalltag sind Pausen von in der Regel 30 Minuten bei einer mehr als 6-stündigen Arbeitszeit. Nur Kinder haben selten Pause. Sie spielen ja nur, wozu braucht man da Urlaub vom Kindergarten? Das Spiel ist die… weiterlesen

 

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Interview aus der REmida 

Die Ferien sind vorbei – vom Sinn des Pause machens

Die großen Sommerferien sind der Inbegriff von Urlaub, Erholung und Abschalten. Schulkinder machen sechs Wochen Pause von der Schule, viele Kitas schließen oder legen Kindern Ferien vom Kindergarten für mindestens drei Wochen nahe. Arbeitnehmer haben einen Urlaubsanspruch von mindestens vier Wochen und auch im normalen Arbeitsalltag sind Pausen von in der Regel 30 Minuten bei einer mehr als 6-stündigen Arbeitszeit.

Nur Kinder haben selten Pause. Sie spielen ja nur, wozu braucht man da Urlaub vom Kindergarten? Das Spiel ist die Arbeit der Kinder und der Alltag in einer Gemeinschaftseinrichtung sehr anstrengend. Viele Kinder in einer Gruppe erzeugen Konflikte, Lärm und kaum Rückzugsmöglichkeiten. Kinder sind den ganzen Tag gefordert sich zu behaupten, Niederlagen einzustecken, Frustrationen auszuhalten und sind vielen Reizen ausgesetzt. Sie sind häufig länger am Tag in Einrichtungen als Erwachsene bei der Arbeit.

Bei dem Wunsch der ErzieherInnen immer alle Kinder im Blick zu haben aus Sorge andernfalls die Aufsichtspflicht zu verletzen, gibt es für die Kinder kein Entrinnen. Keine Möglichkeit einfach dazusitzen und aus dem Fenster zu schauen oder anderweitig „ein Loch in die Luft zu gucken“, keine Chance sich zu verstecken oder mit den zwei besten Freunden in einer Höhle zu verschwinden. Kaum die Gelegenheit in aller Ruhe den eigenen Gedanken nachzuhängen, also Denkschleifen einzulegen. Geschweige denn ein kleines Nickerchen zu halten. Das gilt als verschwendete Zeit. Man muss doch was tun. Langeweile gibt’s nicht. Dafür haben ja die Erwachsene genügend Ideen  die Kinder bei Laune zu halten. Sie sind schließlich engagiert.

Nur lernen Kinder so nicht ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und für Befriedigung zu sorgen.

Im Umgang mit Teams erlebe ich dabei oft eine Parallele. Manche ErzieherIn verzichtet auf die arbeitsrechtlich vorgeschriebene Pause zugunsten eines früheren Feierabends. Eine einstündige Mittagspause im Rahmen einer Teamfortbildung erscheint vielen als zu lang. Denn Mittagessen schafft man doch in 30 Minuten. Eine Pause ist aber zur Erholung gedacht! Die Entspannung als Ausgleich zur Anspannung. Lerninhalte können sich dann ganz anders setzen, auch Erwachsene machen Denkschleifen. Wie oft hat man auf der Toilette die besten Ideen oder beim kurzen Spaziergang.  Dann hat man auch wieder Energie und Aufnahmefähigkeit für den Nachmittag. Es gibt Fortbildungsinstitute, die auf einer eineinhalbstündigen Mittagspause bestehen, was ich sehr begrüße. Raus aus dem Seminarraum, mit einer KollegIn zusammen etwas essen und klönen, eine Runde um den Block gehen – das Hirn lüften! Im Nichts-Tun den eigenen Gedanken nachspüren und neue Impulse aufnehmen. (Siehe Blog „Langeweile“)

Auch glaube ich an einen Zusammenhang zwischen dem eigenen Umgang mit Pausen und den zugestandenen Rückzugsorten für Kinder. Zu beobachten wie gut Kindern der zeitweilige Rückzug tut, daß sie selbst und damit auch der ganze Gruppenalltag entspannter ist. Welche Rückzugsorte haben die Kinder in Ihrer Einrichtung? Wie werden sie genutzt? Wie gehen Sie selbst mit Pausen um?

Bei Konferenzen und Tagungen sind Pausen wesentliche Zeiten, um sich mit anderen auszutauschen, zu netzwerken und Informationen zu vertiefen. Sie sind Gelegenheiten zum informellen Lernen und somit die wichtigsten Zeiten. Sie ermöglichen Begegnungen. Man kommt in den eigenen Rhythmus.

Wie lange hält die Erholung bei Ihnen an? Wieviel Entspannung läßt sich in den Alltag hinüber retten?