Einfach kommen und staunen…

  • Winterpause vom 10.12.18 – 4.1.19
  • Mi. 23.1.19 SeminarWerkstatt: Projektarbeit u. Dokumentation
  • Fortbildungsangebot 2018.19 + AGBs
  • Do. 7.2.19 14.30 – 16.30 Einführungsworkshop
  • Mi. 20.2.19 SeminarWerkstatt: Raumgestaltung
  • der Remida auf Twitter folgen
  • das Remida Heft bestellen
  • einfach unverbindlich die Materialien ausprobieren: Aussuchen und selbst den Wert einschätzen.
 

Ordnung ist das halbe Leben…

„Das sieht so ordentlich, aufgeräumt aus“, ist das was Besuchern in der Remida häufig auffällt und einen Hinweis auf ihre Erwartungen gibt: Durcheinander in staubigen Kartons. Das ist auch die häufigste Assoziation mit Recycling. Der Raum ist der dritte Erzieher ist ein geflügeltes Wort aus Reggio Emilia und somit Teil des Konzepts der Idee. In vielen Kitas oder anderen Einrichtungen gibt es häufig Ordnungssysteme in Form von angebrachten Fotos oder durchsichtigen Kästen, damit die Kinder die Dinge sehen können. Wenn… weiterlesen

 

Öffnungszeiten:
Montags & Dienstags
14–17 Uhr
Donnerstags & Freitags
10–14 Uhr

Remida – das kreative

Recycling Centro:
Am Born 19
22765 Hamburg-Altona
Tel: 0176. 510 45 798
e-Mail: email hidden; JavaScript is required

 

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Interview aus der REmida 

Kann denn Plastik Sünde sein?

RecyclingBei jedem Einkauf sich bei den Plastiktüten im Supermarkt zu bedienen und sie nach einmaligem Gebrauch in den Müll  zu werfen, würde ich schon als Sünde bezeichnen. Für kurzzeitige Verpackung nutzen wir ein Material mit einer langen Lebensdauer. Weil es – scheinbar – billig ist. Und dass sich in unseren Meeren riesige Müllstrudel tummeln, überwiegend aus Plastik, ist eine riesige Sauerei. Seevögel gehen daran zugrunde, wenn sie es fressen und über die Fische landet es in unserer Nahrungskette.

Aber übrig gebliebenes Plastik nochmals benutzen? All die unbenutzten Plastikflaschen, Folienreste aus der Produktion? Gar Zweck entfremden, damit spielen? Nein, geht gar nicht, weil es doch Weichmacher* enthält und giftig ist, sagen die einen. Können wir unsere Kinder mit unseren Abfällen konfrontieren,  fragen die nächsten. Ja, aber das ganze Zeug ist doch da! Es ist produziert. Es ist eine riesige Ressource. Es ist da, also müssen wir uns damit beschäftigen und auch Schüler, Kinder, Jugendliche damit konfrontieren. Sie haben die Materialien sowieso täglich in der Hand – als fertige (Konsum)Produkte. Denn die Abfallmaterialien in der Remida sind ja nichts anderes.

Am Plastik scheiden sich die Geister: Für Kinder halten wir Naturmaterialien für das Beste – niemand fragt da nach Schadstoffbelastungen der Kastanien oder nach Giften in der Holzlasur. Plastik gibt es in unterschiedlichen „Rezepturen“, die keineswegs alle Weichmacher enthalten. Plastikspielzeug ist verpönt – außer Lego, vielleicht. Andererseits: Wie sollen Kinder Materialerfahrungen mit Plastik machen? Oder auch mit Metall, Glas, Stein? Sie brauchen vielfältige Sinneserfahrungen für ihre Auseinandersetzung mit der Welt. Kinder brauchen keine Spielsachen sondern Sachen zum Spielen! Zur Entfaltung ihrer Kreativität, Phantasie und Vorstellungskraft ist fertiges (Plastik)Spielzeug nicht geeignet. Da sind all diese unfertigen Materialien ohne Bau-, Spiel- oder Bastelanleitung viel ergiebiger. Dann nehmen wir doch am besten die überproduzierten Plastikflaschen, die Kinder zu Raketen umfunktionieren, die Abfallstreifen rascheln so wunderbar und sind dazu tolle Dekorationen. Die farbigen Folienschnipsel sehen auf dem Leuchtkasten wunderschön aus und werfen über den Projektor phantastische Bilder an die Wand. 

So kaufen wir weniger Spielzeug, und es wird also weniger hergestellt. Wenn wir dann die Objekte, die Kinder aus den Materialien entwerfen, an ihrem Lebensende getrennt entsorgen leisten wir auch einen Umweltbeitrag. Die Remida verbindet auf kreative Weise Bildung und Nachhaltigkeit.

Es passiert immer wieder, daß Menschen zum ersten Mal in die Remida kommen, nach Holz und Papier fragen um dann mit der ganzen Tasche voll Plastik und leuchtenden Augen die Remida wieder verlassen. Plastik ist vielseitig und ebenso verwendbar.

Auch bei Veranstaltungen im Bereich Nachhaltigkeit ist die Remida stets mit dem Plastiksortiment vor Ort. „Aber Plastik ist doch nicht öko!“ ist dann der Einstieg in eine spannende Diskussion. In der Remida gibt es das Plastik, was sonst im Müll oder konventionellen Recycling landen würde. Es wird wieder- und weiterverwendet. Ist also doch irgendwie öko.

Und bringen Sie ja Ihre eigene Tasche mit in die Remida – es darf auch die wiederverwendete Plastiktüte aus dem Supermarkt sein.