Einfach kommen und staunen!

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Kinder brauchen keine Spielsachen sondern Sachen zum Spielen

Diese Idee steckt hinter dem Konzept „Spielzeugfreier Kindergarten“ oder spielzeugfreie Zeit im Kindergarten. Ziel ist es, Alternativen zu den vielen fertigen, also vorgedachten Spielsachen, zu entdecken. Denn das Spielen mit verwendungsoffenen Materialien fördert viel mehr die Kreativität, Phantasie, Eigeninitiative etc., während Spielsachen eher konsumorientiert sind. Das geht es ums Haben-wollen, weil damit ein bestimmter Status verbunden ist. Die Dinge lassen in der Regel keine andere als die vorbestimmte Verwendung zu, sind für die Kinder schnell langweilig. Selbst Lego, früher einfach… weiterlesen

 

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Donnerstags & Freitags
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Remida – das kreative

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Interview aus der REmida 

Kinder brauchen keine Spielsachen sondern Sachen zum Spielen

Diese Idee steckt hinter dem Konzept „Spielzeugfreier Kindergarten“ oder spielzeugfreie Zeit im Kindergarten. Ziel ist es, Alternativen zu den vielen fertigen, also vorgedachten Spielsachen, zu entdecken. Denn das Spielen mit verwendungsoffenen Materialien fördert viel mehr die Kreativität, Phantasie, Eigeninitiative etc., während Spielsachen eher konsumorientiert sind. Das geht es ums Haben-wollen, weil damit ein bestimmter Status verbunden ist. Die Dinge lassen in der Regel keine andere als die vorbestimmte Verwendung zu, sind für die Kinder schnell langweilig. Selbst Lego, früher einfach eine Vielfalt an unterschiedlichen Steinen verkauft inzwischen fast nur noch Bausätze. Nach Anleitung fertig gebaut muss man sich über Konstruktionsweisen keine eigenen Gedanken machen. Das fertige Gebilde fördert dann den Kauf des nächsten Bausatzes.  Das ist wie die Schablonenarbeit beim Basteln! Es geht nicht um die eigene Auseinandersetzung mit der Welt, das eigene Schaffen, den eigenen Entwurf. Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit in der Realisierung der  eigenen Idee

In der spielzeugfreien Zeit beobachten die PädagogInnen regelmäßig, daß Kinder mit den Kartons, Dosen, Tuben, Kabeltrommeln, Papprollen, Folien usw. viel ausdauernder und phantasiereicher spielen. Nahezu jedes Jahr wird dieses Konzept abgespult mit den immer wieder gleichen Erkenntnissen. Aber was passiert mit den Erkenntnissen? Können sie nicht dazu führen, daß in der Kita grundsätzlich weniger Spielsachen zum Einsatz kommen? Das ist die Stunde der Remida! Unsere Abrechnungsmodalität verfolgt ja genau das Ziel, diese Abfallmaterialien zur ständigen Ressource in der Kita zu machen.

Wenn wir wollen, daß Kinder eher Architekten werden, also die Entwerfenden,  dann dürfen wir sie nicht mit Mauern nach Plan verkümmern lassen. Daß andere den Plan machen und die Kinder nur noch die Ausführenden sind ist keine zukunftsfähige Pädagogik. Die Erziehungs- und Bildungsphilosophie in Reggio Emilia ist hier seit Jahrzehnten leuchtendes Vorbild. In künstlerisch begleiteten Projekten bringen sie ihre Thesen zum Weltverständnis zum Ausdruck.

Die Remida dient ja über das Materialangebot hinaus als Zentrum für Reggiopädagogik. Über Inspirationen, Literatur und Fortbildungen können PädagogInnen aller Einrichtungen ihre Haltungen und Zugänge hinterfragen und erweitern. Sich auf offene Prozesse einlassen können ist eine essenzielle Kompetenz in Bildungsprozessen verbunden damit, eigene Unsicherheit aushalten zu können. Das ist eine Einladung zum Experimentieren. Auch dazu eignen sich die verwendungsoffenen Materialien, weil sie ja für die Erwachsenen ebenso ungewohnt sind. Sie laden alle zum gemeinsamen Forschen, Spielen, Gestalten ein. Und das an allen Tagen des Jahres – weit über die spielzeugfreie Zeit hinaus.