Einfach kommen und staunen…

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Ordnung ist das halbe Leben…

„Das sieht so ordentlich, aufgeräumt aus“, ist das was Besuchern in der Remida häufig auffällt und einen Hinweis auf ihre Erwartungen gibt: Durcheinander in staubigen Kartons. Das ist auch die häufigste Assoziation mit Recycling. Der Raum ist der dritte Erzieher ist ein geflügeltes Wort aus Reggio Emilia und somit Teil des Konzepts der Idee. In vielen Kitas oder anderen Einrichtungen gibt es häufig Ordnungssysteme in Form von angebrachten Fotos oder durchsichtigen Kästen, damit die Kinder die Dinge sehen können. Wenn… weiterlesen

 

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Remida – das kreative

Recycling Centro:
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Interview aus der REmida 

Ordnung ist das halbe Leben…

„Das sieht so ordentlich, aufgeräumt aus“, ist das was Besuchern in der Remida häufig auffällt und einen Hinweis auf ihre Erwartungen gibt: Durcheinander in staubigen Kartons. Das ist auch die häufigste Assoziation mit Recycling.

Der Raum ist der dritte Erzieher ist ein geflügeltes Wort aus Reggio Emilia und somit Teil des Konzepts der Idee.

In vielen Kitas oder anderen Einrichtungen gibt es häufig Ordnungssysteme in Form von angebrachten Fotos oder durchsichtigen Kästen, damit die Kinder die Dinge sehen können. Wenn sie offen präsentiert und erreichbar sind, ist es für Wahrnehmung und Entdeckerlust noch förderlicher. Ordnung erleichtert es den Kindern ins Spiel zu kommen. Sie wissen wo sie Dinge verläßlich immer wieder vorfinden und wo sie wieder hingeräumt werden. Ordnen bietet zudem eine Parallele zum Sortieren, Klassifizieren.

Oder aber es herrscht das kreative Chaos, weil man der Ansicht ist, die Kinder bräuchten das so. Dann werden die Kleidungsstücke oder Bastelmaterialien in eine große Kiste gestopft. Da macht das Suchen dann wenig Freude, ist anstrengend, frustrierend, wenn man nicht findet, was man gesucht hat.

Oftmals ist das Aufräumen aber auch Kampf, weil es von Ordnung unterschiedliche Vorstellungen gibt. Diese Klage äußern die Mitarbeiterinnen der Einrichtungen häufig. Wenn ErzieherInnen im Atelier die Stifte nach Farben sortiert haben, werden sie es bei den Kindern nicht tolerieren, wenn diese sie einfach kunterbunt in die Kiste werfen. Vielleicht stellen Kinder auch einfach selbsttätig eine Ordnung her, deren Präzision die Erwachsenen überrascht. Mit den Kindern gemeinsam Regeln zu entwickeln hilft, denn sie haben eine viel größere Akzeptanz – ein Gewinn von Partizipation.

Interessant wird es dann, wenn Anspruch und Realität auseinanderklaffen. In Workshops in der Remida reagieren die ErzieherInnen verwundert, wenn sie am Ende aufräumen sollen. Und vermutlich sind es dieselben ErzieherInnen, die sich über das Aufräumverhalten der Kinder beschweren, hier dann aber die Dinge nachlässig wegräumen. Und manchmal nimmt es geradezu sadistische Züge an, wie Kinder zur Ordnung angehalten werden. Geradezu grotesk ist in diesem Zusammen der Anblick der Kiste mit den Drahtösen in der Remida. Sie sind mittels zweier dicker Drähte zu einer großen Spule aufgerollt. Wir nehmen sie vorsichtig darunter und legen sie schön parallel in die Kiste, woraus man sich dann bedienen kann. Nach wenigen Nutzern sieht es dann so aus:

Bei Herausnehmen verhaken sie sich vielleicht, man wird ungeduldig und dann ist einem der nächste Nutzer schnell egal. Wobei wir in der Remida ja schon unsere Vorstellung der Präsentation zum Ausdruck bringen. Wahrnehmung mit den Sinnen ist ja ein zentraler Aspekt in der Remida, und Aufmerksamkeit. Kann ich die schöne Präsentation schätzen? Ermuntert mich das zu anderem Handeln? Wenn wir die Erwachsenen auf ihre hinterlassene Unordnung ansprechen, reagieren diese teils pikiert. Ein interessantes Phänomen, das zur Reflexion des eigenen Verhaltens hinsichtlich Ordnung und dem Umgang damit einlädt. Es ist sicherlich der Widerstreit zwischen individuellen Bedürfnissen und sozialen Rahmenbedingungen.

Es zeigt aber auch, wie schwer es selbst den für das Thema sensibilisierten Erwachsenen fällt, aufzuräumen. Auch sie sind im Prozess des Tuns, nehmen sich Dinge, experimentieren damit und verwenden keinen Gedanken an das Aufräumen. Vielleicht sorgt auch hier das eigene Erleben für eine andere Perspektive.